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Energieeinsparverordnung wird umgesetzt

Die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter lässt in den nächsten Monaten Heizungsrohre und oberste Geschossdecken der Wohngebäude der ehemaligen Werkssiedlung Dorf im Warndt entsprechend den Vorgaben der Energieeinsparverordnung gegen Wärmeverlust dämmen.

Energieeinsparverordnung wird umgesetzt

(c) fotalia

Energieeinsparverordnung wird umgesetzt

In einem ersten Schritt werden die im Dachraum der Wohngebäude verlaufenden Heizungsrohre von der vorhandenen, mehrere Jahrzehnte alten Rohrdämmung befreit und sodann mit einer dem Stand der Technik entsprechenden Wärmedämmung versehen. In einem zweiten Schritt wird auf den Dachboden eine 20 cm starke Polystyroldämmung aufgebracht. Die Modernisierungsarbeiten beginnen umgehend und werden voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern.

Die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter – die vergangenes Jahr ihr 60. Gründungsjubiläum beging und das Ziel verfolgt, günstigen Wohnraum für Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen zur Verfügung zu stellen – verfügt über einen Bestand von rund 2.000 eigenen Wohneinheiten in den Einzugsbereichen der ehemaligen Berg- und Kraftwerke. Überwiegend handelt es sich um ältere, teilweise unter Denkmalschutz stehende Immobilien. Dass deren energetischer Zustand verbesserungswürdig ist, liegt auf der Hand. Nun kommt die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter mit der Wärmedämmung der obersten Geschossdecken in ihrer größten Wohnsiedlung, der ehemaligen Werkssiedlung Dorf im Warndt (268 Wohnungen), der Nachrüstverpflichtung der Energieeinsparverordnung (EnEV) nach. Gleichzeitig wird die Dämmung der im Dachraum der Wohngebäude verlaufenden Heizrohre erneuert.

EnEV 2009 weitet die Nachrüstverpflichtung aus und verschärft die Anforderungen

Mit der Dachbodendämmung kommt die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter einer gesetzlichen Verpflichtung nach. Bereits in der Erstfassung der EnEV 2002 hatte der Gesetzgeber die nachträgliche Dämmung zugänglicher, aber nicht begehbarer oberster Geschoßdecken zur Pflicht erklärt. Mit der EnEV 2009 verschärfte er die bauteilbezogenen Anforderungen und erweiterte gleichzeitig den Geltungsbereich auf begehbare oberste Geschoßdecken.

Die im Dachraum der Wohngebäude der ehemaligen Werkssiedlung Dorf im Warndt verlegten Heizrohre sind zwar gedämmt, doch ist diese Dämmung schadhaft und entspricht nicht den heutigen Anforderungen. Auch wenn aufgrund der vorhandenen Rohrdämmung an und für sich keine Nachrüstpflicht entsprechend den Vorgaben der Energieeinsparverordnung bestand, hat sich die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter im Interesse der Mieter entschieden, den andauernden massiven Wärmeverlust durch eine zeitgemäße Rohrdämmung zu begrenzen. Hierfür sprach, dass zahlreiche Ventile der Rohrleitungen altersbedingte Schäden aufweisen und im Zuge der Rohrleitungsdämmung gleich mit erneuert werden sollen. Ferner werden erstmals die Rohrleitungsarmaturen entsprechend den Vorgaben der EnEV gedämmt.

Konkrete Bauausführung

Da die Dachräume der Wohngebäude der ehemaligen Werkssiedlung Dorf im Warndt nicht begehbar sind und daher nicht als Abstellplatz genutzt werden, sind die Anforderungen an den bei der Dachbodendämmung einzusetzenden Dämmstoff relativ gering: Gefordert war ein Material mit sehr guten Dämmeigenschaften, um möglichst niedrige Aufbauten realisieren zu können. Auf Druckfestigkeit musste kein gesteigerter Wert gelegt werden. Daher konnte man sich für vergleichsweise kostengünstige Polystyrolplatten entscheiden, die sich auch bei den teilweise schwierigen konstruktiven Gegebenheiten gut einsetzen lassen.

Polystyrol zweilagig verlegt reduziert Wärmebrücken. Herausragende Querhölzer von Pfettendach-Konstruktionen werden mit der zweiten Lage einfach überdeckt.
Polystyrol zweilagig verlegt reduziert Wärmebrücken. Herausragende Querhölzer von Pfettendach-Konstruktionen werden mit der zweiten Lage einfach überdeckt.

Die einzusetzenden Polystyrolplatten haben eine Materialstärke von 10 cm und weisen einen guten Wärmedämmwert von 0,035 W/mK auf. Unterstützt wird die Homogenität der Dämmschicht zusätzlich durch eine zweilagige, fugenüberdeckende Verlegung. Durch das gewählte Dämmmaterial und die Art der Verlegung werden die Anforderungen der EnEV erfüllt. Die Zweilagigkeit des Dämmstoffs bringt zudem verarbeitungstechnische Vorteile: So können die über das Bodenniveau herausragenden Querhölzer von Pfettendach-Konstruktionen mit der zweiten Dämmstofflage sehr einfach überdeckt werden und zeitraubende Zuschnitte blieben auf ein Minimum beschränkt. Zudem lassen sich die Polystyrolplatten bequem von einer Person handhaben und passen problemlos durch die Treppenhäuser und die Öffnungen der Dachbodentreppen.

Vor Erneuerung der Rohrdämmung ist zunächst der derzeitige Dämmstoff von den Rohrleitungen zu entfernen. Es handelt sich dabei um eine Dämmung aus Glaswolle, welche mit einer Teerpappe ummantelt ist. Diese nicht mehr hinreichende Dämmung wird durch eine Rohrschalenisolierung mit gitternetzverstärkter Alu-Sandwich-Folie ersetzt

Das Foto zeigt die im Dachraum hängend verlegten Heizrohre. Ein Teil des Rohrs ist bereits mit dem neuen Dämmstoff ummantelt
Das Foto zeigt die im Dachraum hängend verlegten Heizrohre. Ein Teil des Rohrs ist bereits mit dem neuen Dämmstoff ummantelt

Der Nutzen einer nachträglichen Wärmedämmung bisher nicht gedämmter, oberster Geschossdecken und einer Erneuerung der Rohrleitungsdämmung für den Klimaschutz und die Schonung fossiler Ressourcen steht außer Frage. Daneben zählen die beiden Modernisierungsmaßnahme auch zu den besonders rentablen Energieeinspar - Investitionen. Für die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter steht zudem – neben der Erfüllung der Nachrüstpflicht – auch die Verbesserung des Wohnwerts im Fokus: Insbesondere die angrenzenden Wohnungen der obersten Geschosse gewinnen an Attraktivität. Aber auch die Mieter von Erdgeschosswohnungen dürfen mit deutlich geringeren Heizkosten rechnen.

Es lag nahe, mit solchen Energieeinsparmaßnahmen in Dorf im Warndt zu beginnen, weil dort der Energieverbrauch der Heizungs- und Warmwasseraufbereitungsanlagen besonders hoch ist. Mehr als 230.000,00 € wird die Stiftung für Wohnungsbau der Bergarbeiter mit den geschilderten Maßnahmen in die energetische Modernisierung ihrer größten Wohnsiedlung investieren. Weitere Schritte sind bereits geplant: Seit einem Monat findet in zwei Mehrfamilienhäuser und einem Reihenhausriegel ein Testbetrieb mit Wärmetauschern statt. Diese wurden von der Evonik New Energy eingebaut. Die Stiftung für Wohnungsbau hat die sekundärseitige Technik beigesteuert. Seit Inbetriebnahme der Wärmetauscher kann die Heizungsanlage in den drei Musterhäusern witterungsabhängig gesteuert werden, was ebenfalls zur Energieeinsparung beitragen kann. Sollte der Testbetrieb dies bestätigen, werden auch die übrigen Häuser der Wohnsiedlung nach und nach entsprechend modernisiert.

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